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27.10.2016

Hihi - heute kam postwendend ein Beschwerdebrief von Hans-Jörg (Fuegos Herrchen, der mit dem T-Shirt...), den möchten wir ihnen nicht vorenthalten:-)
Er schreibt:
"Du Schuft, hast das doch tatsächlich in die News geschrieben. Jetzt wissen Millionen, das ich nachts im Bauchfrei-T-Shirt arme Spülkräfte erschreckt habe.
Aber gut – da muss ich die nächsten tausend Jahre mit leben. Wenn ich mal auf ein Treffen der Windhundhilfe kommen sollte, werde ich lieber nicht meinen Namen sagen, sonst brechen alle in schallendes Gelächter aus. Ab sofort heiße ich deshalb Horst.
Aber Horst hat noch ein ernstes Anliegen.

Die Vorgeschichte von Fuego ist leider nicht lustig. Wir hatten uns – weil wir Platz und Lust auf einen dritten Hund hatten – bei einer anderen Organisation umgesehen. Da war auch ein Hund, der uns interessierte. Es handelt sich – ohne Namen zu nennen – um eine Organisation, die sich um den Tierschutz in Spanien kümmert. Die sind ja bekannt aus dem Fernsehen.
Nach mehreren Vorgesprächen der zuständigen Ansprechpartnerin mit meiner Frau, sollte ein Hausbesuch zur Vorkontrolle stattfinden. Hab ich schon nicht verstanden. Wir sind seit 14 Jahren Mitglied bei der IWi – haben jetzt bereits den 4ten Hund von der iWi. Ist ja alles dokumentiert. Höchstwahrscheinlich sind wir also keine Tierquäler – handeln auch nicht mit Hunden und sind wahrscheinlich durchaus in der Lage, den Hunden ein artgerechtes und liebevolles Zuhause zu bieten.
Aber gut – meine Frau meinte, ich soll mich nicht aufregen – und man sollte sich bei uns zu Hause treffen. Ich habe mich extra beeilt, aber leider kamen Termine dazwischen, so dass ich die Dame verpasst habe. Besser war es so.
Die Dame von der Organisation ist hier durch die Räume gewandelt, hat sich alles angeguckt und Fotos gemacht. (Hä? Fotos gemacht? Wozu Fotos von Privathäusern machen? Wo landen denn diese Fotos?)
Wir wohnen hier auf einem 1 Hektar großen Grundstück mit mehreren Gebäuden. Die Gebäude werden gerade stückweise renoviert. Nach Fertigstellung haben wir eine Wohnfläche von 500 qm. Das Grundstück ist eingezäunt. Direkt angrenzend sind viele hundert Hektar Wald. Es gibt keine direkten Nachbarn. Also Traumbedingungen für Hunde.
2 Tage nach dem Besuch kam dann der Anruf dieser Dame, das wir nicht für die Vermittlung geeignet wären. Das wurde mit 2 Argumenten begründet:
1. Es wäre hier zu groß und die Hunde könnten sich verlaufen. Aha : zu groß. Ein Grey würde 5 Sekunden brauchen, um von einer Grundstücksgrenze zur nächsten zu kommen. Was soll er denn mit den restlichen 55 Sekunden einer Minute machen. Immer hin-und herrennen? Und wie viele Minuten kann er mit Höchstgeschwindigkeit laufen? Aber nein – er würde sich ja verlaufen. Wahrscheinlich hat jeder Hund einen besseren Orientierungssinn als das Navi in dem schicken SUV der Dame von der tierschützenden spanischen Organisation. Das Navi bezieht seine Informationen aus der Position von drei Satelliten. Der Hund hat den Geruch, ortet die Geräusche und noch ganz andere Möglichkeiten, die noch nicht erforscht sind. Wer ist also präziser? Der Hund stammt vom Wolf ab (auch, wenn es beim Mops oder Rehpinscher großer Vorstellungskraft bedarf) und durchzieht hunderte von Kilometern und kann sich bestens orientieren.

2. Hier wäre es nicht kuschelig genug. Ok- da stimmt natürlich. Wir haben keine Blümchentapeten, sind gerade beim renovieren. Große Kissen, riesige Sofas und viel Auslauf haben wir zwar, aber die Wände sind tatsächlich noch kahl. Wir werden also bei der Inneneinrichtung die Dame des Tierschutzes konsultieren, welche Tapeten denn artgerecht sind. Lieben Windhunde eher blaue Tapeten oder doch mehr lindgrüne? Unseren Hunden ist es egal, ob überhaupt Tapeten an der Wand sind (denken wir zumindestens). Es gab nie Beschwerden. Wenn morgen alle Hunde mit Koffern an der Tür stehen, wissen wir – es waren die falschen Tapeten.

Pikant an der Sache ist, das die Galgohündin, die die Dame mitgebracht hatte und die ihre eigene war, am Ende noch in mein Büro geschi….. hat.
Also – unsere Hunde machen das nicht, sondern sagen Bescheid, wenn sie rausmüssen.

Das Problem dabei ist, das diese selbsternannten Tierschützer das Tier vermenschlichen. Kuscheltiere gibt es im Spielzeugladen. Den Tierschutz sollten diese Vorstadtelsen doch lieber den Profis überlassen. Fakt ist, das jetzt ein Windhund immer noch frierend in irgendeiner Station in Spanien sitzt und eigentlich hier ein gutes Leben haben könnte. Gut gemacht Frau Tierschützerin. Andererseits haben wir dadurch nun den Fuego hier, der eine ganz phantastische Persönlichkeit hat, gerade neben mir liegt und alle paar Minuten die Beine streckt und wie ein Wildschwein grunzt.
Eigentlich sollten doch alle Tierschutzvereine zusammenarbeiten und daran arbeiten, sich selber abzuschaffen, weil Tierschutz nicht mehr nötig ist. Weil es gesetzlich verankert und durchgesetzt ist, das Tiere artgerecht und human behandelt werden. Und das Europa-und Weltweit. Aber mit diesen Organisationen kann man nicht zusammenarbeiten, weil es nicht darum geht, das Beste für das Tier zu erreichen, sondern seine eigenen Vorstellungen von Tieren durchzusetzen und sich mit dem Mantel des Guten einzukleiden. Da bleibe ich lieber bei der iWi. Da weiß man, dass es wirklich um die Viecher geht. Auch wenn das Miststück da unten in Osterreich meinen kleinen Fauxpas in Franken veröffentlicht hat. Wenn ich mal an der Himmelspforte stehe, fragt mich Petrus wahrscheinlich „Wie – Du hast nur ein T-Shirt an? Geh zurück und zieh Dir was Ordentliches an.“
Das wollte ich mal loswerden, um es selber nicht zu vergessen. Man weiß ja – beginnende Demenz.

Liebe Grüße
Dein Horst"

Dem ist nichts hinzuzufügen - außer, dass wir jetzt wegen dem "Miststück" Tabletten einwerfen müssen, den Wein hat Horst ja selber getrunken!

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