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20.08.2016

Dann konnte vor einigen Tagen auch Heikes Jamie ihren elften Geburtstag feiern.

Heike schrieb:

"Heute hat meine Freundin Jamie ihren elften Geburtstag! Nun kommen die geschenkten Jahre! Und hoffentlich noch einige gute…. Nicht dass ich nicht auch die bis jetzt vergangenen fünf des Zusammenlebens genossen hätte… Doch aus meiner Erfahrung gilt es die, die nach der 10 kommen, besonders zu schätzen! (Sag ich mal so, da ich ja von Jugend an ursprünglich auf die Lebenserwartung von Barsois geprägt bin) Ich hoffe, dass auch Jamie so dankbar dafür ist wie ich, dass Du als Pflegemutter sie mir im April 2011 ins Auto gesteckt hast! Sie war die perfekte Gefährtin und einfühlsame Pflegerin für meine 13jährige, gehbehinderte Ophelia. Die nach dem Tod ihrer Mutter in Jamie wieder eine wunderbare Kameradin gefunden hat. Was die Lebensfreude lange aufrechterhalten hat. Und als es eineinhalb Jahre später zu Ende ging, hat die so rührend einfühlsame Jamie ihre lebensmüde Freundin zwischen ihren Pfoten haltend, mit ihrer Zunge bis zum letzten Atemzug gekost. Da weinten auch die Tierärztinnen vor Rührung, die in unsere Wohnung gekommen waren, um Ophelia auf die letzte Reise zu schicken.

Mein Credo ist ja, dass man immer den Hund bekommt, den man braucht. Und so habe ich auch von Jamie viel gelernt. Ich konnte/musste von ihr noch mehr lernen über den Umgang mit groooßer Individualdistanz bei Hundebegegnungen und absoluter Sensibilität bezüglich des Erspürens von vermeintlich heimlich gehegten Gedanken. Z.B. „Krallenzange“ muss ich nur denken und finde meinen Hund nicht mehr…. Man lernt nie aus! Und Jamie ist eine große Lehrerin bezüglich Sanftmut und Toleranz. Es mag sich zwar widersprüchlich anhören, doch ist sie tatsächlich recht kapriziös und dennoch bescheiden. Auch hat sie Humor. Auf jeden Fall ist sie extrem und absolut liebenswert! Neunjährig hat sie noch Ihren Traumberuf gefunden. Ist eine hervorragende Lehrerin im Fach „Hundesprache für Menschen“. Sie läuft in den Kursen, die ich ab und an für Kinder zum richtigen Umgang mit Hunden abhalte, als meine Assistentin zur absoluten Hochform auf. Besonders erfolgreich ist sie durch ihre liebe Art bei den Kindern, die sich vor Hunden eigentlich fürchten. Und wo auch immer wir mal im Alltag auf Kindergrüppchen treffen, stellt sie sich freundlich vor und bietet ihre Mitwirkung an. Zum spontanen Entzücken aller Kinder natürlich.

Im Sommer letzten Jahres hat sie mich wieder kolossal überrascht, als sie den ungeplanten Einzug von Tamino einfach so akzeptierte und vom ersten Tag an schon intensiv mit ihm kuschelte und spielte. Du hast zwar immer gesagt, dass ich auch Jamie zuliebe wieder einen zweiten Whippet bräuchte, aber dass sie als zehnjährige Dame von einem 14 Wochen alten Rabauken so sehr begeistert sein würde, hatte ich mir nicht vorstellen können! Wie Du ja weißt, kam der zwar nicht über die Windhundhilfe zu uns, aber dennoch trotz seines jugendlichen Alters „second hand“. Und da hat Jamie ihm sehr geholfen, seine anfänglichen Unsicherheiten durch „unsachgemäße Vorbehandlung“ zu sublimieren. Die beiden sind wirklich richtig gerne zusammen! Und ich habe große Freude daran, dass sie sich so gut verstehen und täglich gleich nach dem Aufwachen schon wilde Spiele veranstalten. Jamie mit lautem Gejodel. Tamino ist ja aus dem Gröbsten raus mittlerweile und gibt auf den Spaziergängen Jamies Ritter. Das genießt sie sehr, da sie nach wie vor an Hundebegegnungen nur marginal interessiert ist. Andererseits aber selbst profundestes Interesse bei ihren männlichen Artgenossen weckt. Die noch immer knackige, schicke Blondine. Durch die Irrungen und Wirrungen der Pubertät hat sie ihren jungen Freund mit großem Einfühlungsvermögen begleitet. Und sich in der drangvollsten Zeit tatsächlich für fein dosierte, erotische Trockenübungen freudig zur Verfügung gestellt… Nur gut, dass ich nicht allzu prüde bin!

Neuerdings ist Jamie ja auch freiwillig als Integrationsbeauftragte für ein Mädchen mit religiös tradiertem hundefeindlichem Migrationshintergrund tätig. Das achtjährige Mädchen aus Syrien zog mit ihren Eltern in der Wohnung über uns ein. Die Annäherung begann damit, dass ich ihr, nachdem sie regelmäßig entzückt unseren Spielen im Garten vom Balkon aus folgte, die Spielzeuge zuwarf und sie die den Hunden zuspielte. Mittlerweile ist der Körperkontakt nicht nur zur sanften, schokoäugigen Jamie, sondern auch zum anfangs furchterregenden, wilden „Mann-Hund“ (Originalsprech) sehr intensiv. Denn auch der ist vorbildlich und zuverlässig im Umgang mit Kindern – Whippet eben. Ausgelassene Spiele, hechelnde Hunde, vor Vergnügen quietschendes und schließlich verschwitztes, ausgetobtes Kind. Die Eltern schauen lächelnd vom Balkon in den Garten herab, freuen sich, dass ihr Kind so viel Freude hat. Und finden es mittlerweile total akzeptabel, dass die Tochter auf viele Schmuseeinheiten mit den „unreinen“ Hunden besteht. Ja, - wir schaffen das!!!

Jamie und auch mir wünsche ich zu diesem Geburtstag herzlichst, dass wir noch eine lange glückliche Zeit miteinander haben dürfen!

Herzliche Grüße
Heike"

Vielen lieben Dank - das wünschen wir euch auch!!!



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