Patenhund gleich eigener Hund...
Ein Patenhund ist ein Hund, der aus verschiedenen Gründen nicht mehr vermittelbar ist, heißt, er bleibt bei uns, bis er stirbt.
Was immer da auch auf unserer Patenseite steht - es ist total veraltet :-)
Die Geschichte von unserem Floyd, der bis vergangenen Samstag im Patenprogramm WAR, ist eine ganz eigene:
Seine Besitzer schickten ihn im Juli letzten Jahres in die Wüste - äh also, sie brachten uns Floyd praktisch frei Haus, sahen sich alles an und es kamen so kleine Bedenken, was wird Floydle auch in dem großen Rudel machen, wie wird er sich verhalten, wird er Ärger machen... Nun denn, Floyd verhielt sich immer, die ganze Zeit, total unauffällig. Erstmal hat er zwei Wochen nur geschlafen, auf dem OG-Sofa, praktisch ganz alleine, ganz in Ruhe.
Dann war er sehr zurückhaltend in Bezug auf Schmuseeinheiten oder gar spielen mit den anderen und dann, plötzlich, hatte er sich komplett verändert. Aus dem zurückgezogenen Huschelpuschel war ein lustiger, verspielter Hund geworden, der unserem frechen Remo das Kuscheltier klaute und durch den Garten raste. Beim Spaziergang immer vorne mit dabei und wenn ein Hund kam, immer schön laut.. aber er hat immer rechtzeitig gebremst und kam retour.
Dann kamen seine Besitzer vor einigen Wochen zu Besuch, auf dem Weg in den Urlaub brachten sie uns ein wunderschönes Kunstlederbettchen vorbei, das sie damals extra für Floyd und seine Kumpeline gekauft hatten.
Wir hatten das bisher schon einige Male, dass Vorbesitzer ihren Hund wieder sehen und immer freuten sich die Hunde, gingen dann aber nach kurzer Begrüssung wieder auf ihr Plätzchen und sagten: Schau, da bin ich jetzt Zuhause.
Floyd raste also zu seinen Vorbesitzern, freute sich riesig und - kuschelte sich bei seinem Herrchen auf den Schoß. "Sowas hat er ja noch nie gemacht"... sein Frauchen weinte. Und Sie merken, wir schreiben Herrchen und Frauchen.
Dann die ganz zaghafte Frage, ob wir uns denn vorstellen könnten, Floyd wieder zurückzugeben.
Seine Menschen sassen da, beteuerten, keine Hundemenschen zu sein und Floyd nicht im Griff zu haben, wenn er draußen auf einen anderen Hund trifft und wir dachten erstmal... hmmm....???
Als die beiden sich dann verabschiedeten und das Gartentor hinten ihnen zufiel, stand Floydimän noch eine viertel Stunde davor und jammerte - und da war es glasklar und gar keine Frage, Floyd wird wieder nach Hause gehen.
Nun war der Urlaub seiner Menschen vorbei und am Samstag war Abholtag.
Es fiel uns nicht leicht, wir haben sowas noch nie gemacht. Was meins ist, ist meins, basta. Das war immer meine Devise. Von mir gibts nix, außer den Pflegehunden und selbst die sehe ich erstmal als eigene an und sie müssen sich verbessern, wenn sie ausziehen und überhaupt und trallala.
Ich habe Floyd natürlich gesagt, dass er wieder nach Hause darf und seine Familie erstmal noch urlaubt und ihn danach abholt. Und er wußte das. Hunde sind nicht dumm. Diesmal legte er sich sofort auf die Bank, neben das Herrchen. "Vergiss mich ja nicht!"
Ja, man kommt sich schon komisch vor...
Zuletzt hatte sich Floyd auch noch einen Muskelriss zugezogen, was wochenlange Schonung nach sich zog, er lief ja erstmal auf drei Beinchen. Mittlerweile war er wieder hergestellt und jetzt darf er ordentlich trainieren. Sein Frauchen möchte Nordic Walking machen:-)
Die Bedenken keimten langsam wieder auf, kommen wir mit Floyd und seiner Art zurecht... kann er alleine bleiben... wie verhält er sich jetzt draußen anderen Hunden gegenüber... (bei uns kommt nicht viel und wenn, reicht ein scharfes FLOYD!)
Gut, aus zarten Gemütern kann man keine Führungspersönlichkeiten basteln, aber wir haben ein ganz besonderes Mitglied empfohlen, der eigentlich eine Fernsehshow gebührt, denn sie schafft wirklich Enormes. Durchgeknallte, weil von vorherigen "Hundetrainern" völlig kaputt-trainierte Rottweiler, Bullterrier, American Staff, Dogo Argentino... umtrainieren, zu lieben Hündchen, die schön mit durchängender Leine und auch ohne an Schäferhunden etc. vorbeiflanieren. Und dieses Mitglied wohnt nur fünf Minuten entfernt von Floyd.
Alles wird gut, lieber Floydimän und falls nicht, soll das Fraule mit der Wüste drohen...
Und diesmal waren wir es, die heulend am Gartentor standen.
Wir danken allen Paten, auch und vor allem den Besitzern, die sofort für unseren Mio eine Patenschaft unterschrieben und als ihr Floyd ins Patenprogramm zog, auch noch für ihn die volle Patenschaft übernahmen!
letzte Fotos von Floyd





Floyd wieder Daheim :-)
