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25.06.2017

Neues von Herbert, bzw. das ist auch schon wieder zwei Tage her.
Lieber Reinhard, danke für deine tollen Briefe, wir lieben sie!

"Liebe Ellen,

heute ist Tag 3 und alles entwickelt sich langsam, aber es entwickelt sich ... und vor allem noch in die genau richtige Richtung.

Der einzige Wermutstropfen ist...




... mein Schlafdefizit, wobei das primär am heissen Wetter und weniger an den Buben liegt; aber bei der Hitze MUSS ich halt gegen alle meine biorhythmisch-genetischen Veranlagungen spätestens um 8 Uhr aufstehen :(( ... ich weiss, die meisten Menschen (so bekomme ich das regelmäsig zu hören) sind um diese Zeit schon wieder müde; wobei selbige wohl eher weniger zwischen 23 und 24 Uhr aus der Arbeit kommen, was eine Bettruhe-Zeit zwischen 1 und 3 Uhr zur Folge hat ... ja, selbst ich bekomme gelegentlich Hunger und fang halt dann entsprechend an mit Kochen und Abendbrot (sprich Mittenachtsimbiss) - anyway, aber Jammern und Meckern ist eine geläufige gesellschaftliche Konvention des Wohlstandes und Übermasses ... hab ich mal gehört :)

Zurück zum "Tagesgeschäft":

Die Nächte sind absolut ruhig und Herbert kommt auch nicht mehr um 6 Uhr schon zum Hallo-Sagen, sondern wartet brav, bis ich wach bin, mich im Bett räkele oder ihn rufe. Dann kommt er auch ins Schlafzimmer getapert (alle Bereiche seiner königlichen Residenz sind nun ausreichend inspiziert und wurden als "sicher-begehbar" eingestuft) und auf meine Bettseite zum morgentlichen Kuscheln ... auch wenn ich unterwegs war und wieder heimkomme macht er das: er legt seinen Kopf in meinen Schoss oder steckt ihn vertrauensvoll zwischen meine Beine und pustet mir heisse Luft in den Schritt - schon sooo viel Vertrauen!!!

Beim gemeinsamen Gassigehen hat sich die gemeinsame Russische Fraktion jetzt zusammengefunden; die Buben laufen auf den Wegen (wenn nix schnüffelbares am Wegesrand ist) wie ein Gespann Körper an Körper, Schulter an Schulter nebeneinander - zum Teil sogar im "Gleichtrab" ("Gleichschritt" ist nunmal nicht die korrekte Terminologie der Gangart). Auch zu Hause: Mann kommt sich näher, beschnüffelt sich und gewöhnt sich positiv gesinnt aneinander. Es ist schon zu erkennen, dass beiderseits eine gewisse Neugier dem Gegenüber vorhanden ist; "Bruder-Vorsicht" aber eben auch noch, wird aber von Tag zu Tag weniger - Daumen hoch!!

Auch Odin hat erkannt, dass er trotz Herbert Anwesenheit beim Gassigehen, seine Geschäfte verrichten kann - auch das läuft!

Auch den Gang in den Lech haben wir weiter verfolgt - ich sag mal so: Ein Labrador oder Neufundländer wird aus Herbert definitv nicht mehr, aber gestern ist er zumindest knietief ins Wasser - wobei er wohl so ein bisschen erschrocken ob des erreichten Zusandes war, denn er sah etwas überrascht aus, hat dann aber doch die lange Nase in die Fluten gesteckt und ein paar Schluck Wasser zu sich genommen. Heute Früh wollte er nicht rein, dann bin ich halt vorangegangen und er folgte dann doch zumindest bis knapp unter knietief.

Erfahrung: Goretex-Schuhe bringen nix, wenn Wasser obenrein läuft 😉

Die Länge der Spaziergänge begrenze ich momentan noch auf max 30 min. - dann ist er auch echt platt, der arme Bub.

Wenn die grosse Hitze endlich mal verträglicher wird, werde ich die Gassigänge zuerst etwas höher frequentieren und dann gaaaaanz laaaaangsam die Dauer erhöhen; ich muss eh alle Spaziergänge neu timen, da Herbert ziemlich viel schnüffelt und seine Visitenkarte hinterlässt ... wir arbeiten daran, aber das ist doch auch der Sinn jeder Beziehung, dass man voneinander lernt - auch Herrchens.


Die Gesamtorganisation der Mahlzeiten (Lokalitäten, Uhrzeit, etc.) ist noch in der Findungsphase.

Bei Herbert weiss ich noch nicht, wann er fressen will (z.Z. stell ich ihm so eine gute Stunde nach Gassigehen den Napf hin, dann ist er wieder runter und hat sich beruhigt - schnauft sonst wie ein alte Güterzug); bei Odin war es bisher so, dass er fressen konnte, wann er wollte, es stand immer etwas bereit.

ABER da Fr. Prof. Dr. E. Gaiser aus der Wüste mir gesagt hat, Odin wäre zu dick, werden wir auch hier Portionierungsmaßnahmen ergreifen.


Momentan habe ich es so geregelt, dass ich an 2 Stellen (Küche und Wohnzimmer) jeweils Wasser und Futternapf aufgestellt habe und die Jungs das (unter meiner Aufsicht) untereinander regeln sollen - denn wie sich gezeigt hat: Das allzu menschliche Verhalten, dass es aus dem Teller des Nachbaren immer besser schmeckt, zeigt sich auch hier.

Zur Zeit geht das auch ohne Problem, da bei der Hitze Odin eh nicht viel frisst und bei Erwan bin ich froh, wenn er frisst - braucht eh noch was auf den Rippen, der Arme.

... und JA, natürlich habe ich ihm gesagt, dass er NIE WIEDER umziehen muss ... ausser vielleicht mal mit mir und Odin gemeinsam ...

... und JA, natürlich hat er das verstanden!

Alles im Lot am Lech - liebe Grüsse auch an Deine ganze Bande,

Die Ostgoten-Fraktion"