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22.06.2017

So lieben wir das, mal eben um Rat gefragt worden, zwei Sätze geantwortet und zack, hat unser achtjähriger König Herbert ein neues Zuhause!

Reinhard (Herrchen von Gatsby-Odin, verm. 05/2014) schrieb uns:



"Liebe Ellen,

nachdem ich in letzter Zeit so viele schlechte Nachrichten auf der Webseite gelesen habe, muss ich doch den längst überfälligen Rapport abliefern - und der ist durchwegs positiv.

Es ist jetzt ziemlich genau 3 Jahre her, dass Odin (ehemals Gatsby) bei mir eingezogen ist. Die anfänglichen Herausforderungen und die Entwicklungen habe ich ja geschrieben und etwa in diesem Tempo hat sich auch unsere Zweisamkeit entwickelt.

Odin ist mir ein wahrer Lebensgefährte geworden. Er liegt wie immer, auch während ich das schreibe, neben mir auf der Couch und natürlich teilt er auch das Bett mit mir. Allerdings hat er offensichtlich eine sehr rege und aufgeregte Traumwelt: Winseln, Strampeln und Heulen sind so das Standardrepertoire und vor allem seine nächtlichen Galoppaden sind für mich als Nebenschläfer sehr „erweckend“, da er oft genug mit den Beinen in meine Richtung schläft - der Kerl tritt zu wie ein Pferd! … aber das ist schon meckern auf allerhöchstem Niveau.

Mit fast allen Hunden hier kommt er bestens klar und ist immer hocherfreut, wenn er einen Kumpel zum Rennen findet. Für seine „Jagdspiele“ hat er eine ganz eigene Technik entwickelt - ich muss hinzufügen, dass Odin der mit Abstand schlaueste Hund ist, mit dem ich selber je zu tun hatte (Beispiele folgen): Odin hat festgestellt, dass die zielführendste Methode für eine Jagd nach seinem Gutdünken die Einschüchterung des anvisierten „Objektes“ ist; bedeutet, er geht bei Sichtung und entsprechender Nahdistanz (20m und weniger) in den „Anpirsch-Ziel fixier-und Attacke“-Modus: Körper maximal gestreckt, Ohren gespitzt und das „Opfer“ optisch festgetackert. Diese Einschüchterung - so seine Erfahrung - führt in den häufigsten Fällen dazu, dass der Gegenüber Angst bekommt und (Zweck erfüllend) wergrennt - Jiipppiii.

Odin natürlich hinterher - aber damit nicht genug des Unfugs: Da seine „Beute“ natürlich nicht aus anderen Windhunden besteht und somit langsamer ist als er (obwohl er ganz ehrlich ziemlich lahm ist für einen Barsoi, für den Rest reicht es aber immer noch), versucht er diese dahingehend zum schnellerlaufen zu „animieren“, in dem er den sowieso schon geängstigten Flüchtenden in die Beine zwickt - eigentlich ziemlich fies, aber ich kann mir das Lachen nicht verkneifen, zumal der ein oder andere Hundebesitzer dann leicht panisch wird, mein Loki (ja, so nenne ich ihn immer, wenn er was anstellt - ist schließlich der schelmische und streichespielende Bruder von Odin in der Sagenwelt :)) hat es wirklich drauf.

Flieht der Gegenüber nicht, steht er vor selbigem und beschnuppert diesen ausgiebig - man sieht deutlich in seinem Gesicht die Frage „Warum rennst Du nicht weg?“

Mit 2 Hunden hier am Lech rennt er ausgiebig und tobt durch die Gegend - da dreht er gerne auch mal den Spieß um, übernimmt die Rolle des Gejagten und erfreut sich daran, dass er schneller ist und ihn keiner einholen; verschanzt sich in Büschen oder hinter Bäumen, bis der andere bei ihm ist, nur um diesen dann nach allen Regeln der Kunst auszutanzen … und wieder ist er weg … die reine Freude zum Zuschauen.

Zu Katzen hat er ein extrem morbides Verhältnis. (Anmerk. der Redaktion: Diesen Satz müssen wir uns merken, genial!)

Zu Hause ist er ein Traum, wie auch sonst. Er ist in keiner Lebens- oder Alltagssituation mehr auch nur einen Hauch von ängstlich - fährt mit Freude Auto oder auch mal Straßenbahn; unterwegs geht er entweder federleicht an der Leine, auf den Wiesen oder in unseren Lechauen problemlos ohne Leine. Er bellt oder winselt zu Hause nicht und bleibt auch problemlos alleine zu Hause, ohne Geräusche, Zerstörung oder Umdekorierung des Inventars - TRAUMHUND ! ! !

Jetzt zu dem Teil, der leider nicht ganz so erfreulich ist und hierfür hätte ich gerne Deinen Rat:

Meine morgendliche Gassigehgruppe, mit denen ich schon mit Sascha und Cantarro unterwegs war, hat sich mittlerweile aufgelöst und so bleiben Odin nunmehr (wie oben erwähnt) lediglich 2 Kumpels (bzw. ein Kumpel, eine Kumpeline), mit denen er richtig rennen kann (sofern der Kumpel keinen Ball hat; Ball- oder Stockhinterherrennen versteht er nicht); das wäre normal auch absolut ausreichend, nur treffen wir den einen oder anderen der beiden oft tagelang nicht an (verbindliche Verabredungen scheitern leider an den unterschiedlichen Arbeitszeiten).

Odin ist dann immer zutiefst enttäuscht, wenn wir an den entsprechenden Treffpunkten stehen und keiner da ist - das bricht mir jedes Mal schon fast das Herz, das mit anzuschauen; er steht da und schaut und schaut und … Schwanz sinkt, Ohren sinken und dann der Blick zu mir - Enttäuschung pur L.

Zusätzlich zu der Enttäuschung kommt dann noch, dass er nicht ausgeglichen ist; das äußert sich darin, dass er vorbeilaufende Jogger oder Radfahrer erschreckt und das geht halt gar nicht - ich finde das zwar lustig (und er offensichtlich auch - wedelt und der Schalk schaut ihm aus dem Gesicht), aber die Betreffenden bekommen halb einen Herzinfarkt, wenn er neben ihnen in deren Richtung in die Luft schnappt und seine weißen Zahnreihen blitzen lässt.

Jetzt meine Frage, denn es schlagen hier 2 Herzen in meiner Brust:

Einerseits ist es Odin gewohnt, mich alleine für sich zu haben und meine ungeteilte Aufmerksamkeit, Zuneigung und Liebe zu genießen. Andererseits fehlen ihm das Spiel und die Ausgeglichenheit mit einem Kumpel.

Meine Idee: ein 2. Barsoi … was denkst Du? Wiegt das Teilen meiner Person die Freude über den Kumpel auf????

Wenn, dann sollte es ein Rüde sein, da er mit Hündinnen schnell in den „sind meine Mädels“-Modus wechselt und anderen Rüden gegenüber dann auch richtig biestig werden kann (Erfahrung hierzu liegen vor).

Viel jünger als er (Odin ist jetzt 6 Jahre) sollte der Bube auch nicht sein, denn Odin ist stundenlanges Toben nicht gewohnt - habe ich beobachtet und liegt wohl auch an seiner Vorgeschichte: maximal 10-15 min. rumtoben, dann ist Schluss (bisschen älter mit entsprechendem Bewegungsanspuch würde wiederum passen) - Abkühlung im Wasser inbegriffen (ja, er geht für sein Leben gerne ins Wasser, aber nur solange er noch stehen kann; schwimmen tut er ungern u. wie alle Russen ziemlich schlecht, schaut aber lustig aus).

Einem typischen Alpha-Rüden würde er sich problemlos unterordnen - es gibt hier 2 echte „Chefs“ (Dt. Dogge u. RottweilerMix), mit denen kommt er prima aus und hängt sich gerne an - auch das würde sicher gut funktionieren.

So, jetzt habe ich Dich zur Genüge zugetextet (ein paar Bilder hänge ich noch an) - schöne Nachrichten und ein bisschen Deinen Rat erbetend.

Viele Grüße vom Lechufer und alles Liebe,

Reinhard + Odin"

Tja, König Herbert hat nun also superspontan ein tolles Plätzchen ergattert und wir können nur sagen:
Windhundhilfe - da werden Sie geholfen! (und zwar ruckzuck:-)

das waren die Fotos zu Reinhards Mail, Gatsby-Odin: