Nun zum letzten Teil der Animalhoarder-Geschichte.
Erwähnenswert sei noch, dass ich am nächsten Tag im Tierheim anrief, um von Daisy zu berichten. Die Dame erzählte mir, einer der Galgos sei über den TH-Zaun geklettert und abgehauen. Ebenfalls Stunden später konnte sie ihn mithilfe eines anderen Galgos, den sie zum Spaziergang mitnahm, wieder einfangen. Ja, diese Hunde haben uns ganz schön auf Trab gehalten.
Warum schreiben wir so eine lange Geschichte um die Rettung von zwölf beschlagnahmten Hunden?
Wir hätten schon viele, irre Geschichten erzählen können. Damals, zu Anfang der Windhundhilfe, sind Helge und ich tausend Kilometer gefahren, um ein paar Galgos aus einem Dreckloch zu holen, im Retour haben wir dann noch Leo eingeladen, den ersten Patenhund der Windhundhilfe (und gezweifelt, ob uns da ein Deerhound anguckt oder was anderes, so nackig wie der Kerl da stand:-). Oder 2004, als Jacky und ich mit einem gemieteten Sprinter nach Norddeutschland fuhren, um 16 ausgemergelte, verflohte Barsois aus völlig verdreckten Gehegen einzupacken. Oder 2006, mit Holger und Marie nach Barcelona, 18 Greys von der geschlossenen Bahn.... usw.
Diese Beschlagnahmungs-Geschichte jedoch hat uns mehr zugesetzt als alle bisherigen.
Wir haben all diese Schätze gebadet, entwurmt, teils abgeschoren oder nur entfilzt, geimpft, Ausweise, gechipt, Ohrenentzündungen behandelt, Zähne sanieren lassen (Cid z.B. mußten acht Eiterzähne entfernt werden), uns mit ihnen angefreundet, mit ihnen geschmust, sie lagen bei uns im Bett, auf dem Sofa, waren - wie alle anderen auch - ein Teil unserer Familien. Es mag sich abgedroschen anhören, aber das ist mir egal, wir lieben unsere Hunde und dabei macht es keinen Unterschied, ob eigener oder Pflegehund.
Man macht sich Gedanken, wohin der und der wohl passen würde, in welchem Zuhause er sich wohl fühlen würde, man fährt zigmal zum Tierarzt, weil man immer nur mit einem Hund kommen kann, weil ja keiner an der Leine laufen kann und man die Schnuckels reintragen muß.
Und dann der Anruf vom Vetamt: Es hat sich plötzlich eine Käuferin gemeldet, sie wolle morgen Kaufverträge für alle Afghanen sowie die beiden Afghanen-Collie-Mädchen Sally und Tessa vorlegen!
Wir waren geschockt.
Für Sally und Tessa hatten wir jeweils eine Interessentin (die für Tessa sprang später wieder ab) und Manni war bei einem Pflegefrauchen, die ihn behalten wollte. Wenigstens die drei soll uns die Käuferin doch lassen, bzw. verkaufen. Ich rief sie an, sie sagte, alle Hunde hätten bereits Adoptanten und denen ginge es wie uns. Nein, wir kennen diese Hunde und die Interessten kennen sie auch schon. Haben sie gestreichelt, sich angefreundet... Wenigstens die drei? Bitte.
Wir durchlitten etliche, schlaflose Nächte. Natürlich ist das Ganze ein Witz, wenn man bedenkt, wieviele Menschen richtig schlimme Sorgen haben, gesundheitlich oder finanziell. Wir standen jedoch komplett neben uns, tagelang und auch jetzt sind wir immer noch fassungslos über den traurigen Ausgang der Geschichte.
Schlußendlich durften wir die drei Hunde kaufen, Sally, Tessa und Manni waren uns sicher.
Die fünf anderen mussten wir abgeben. Helge fuhr mit ihren vier Hunden zu einer Autobahn-Raststätte und trug sie einzeln in den Bus der Käuferin. Unsere Pflegemama von Alessio mußte dasselbe einen Tag später tun.
Das Schlimme an dem Ganzen ist, dass man keinerlei Recht hat, über den weiteren Lebensweg dieser Hunde informiert zu werden. Wir wissen nicht, wo und wie und bei wem sie leben werden. Und sie alle haben ihr Leben noch vor sich.
Aus und Ende der Geschichte.
Wir danken ganz herzlich dem Veterinäramt für die hervorragende Zusammenarbeit, auch ihr wart mit ganzem Herzen dabei. Selten so engagierte Amtsveterinäre getroffen.
das ist Cid, wir würden uns sehr freuen, etwas über seinen Verbleib zu hören.
